In der abgelegenen Wayuu-Gemeinschaft Yotojorotshi im Norden Kolumbiens erschweren grosse Distanzen und das extreme Klima indigenen Kindern den Schulbesuch. Eine lokale Organisation engagiert sich für bessere Bildungschancen und den Schutz kultureller Identität. Ein eigenes Fahrzeug soll Kindern aus abgelegenen verstreuten Siedlungen den sicheren und regelmässigen Schulbesuch ermöglichen.
Die Wayuu sind die grösste indigene Bevölkerungsgruppe Kolumbiens und leben in der Halbwüstenregion La Guajira im äussersten Norden des Landes. Die Lebensbedingungen sind durch Trockenheit, Armut und mangelnde Infrastruktur geprägt. Die Gemeinschaft Yotojorotshi liegt entlang der früheren Verbindungsstrasse zwischen Maicao und Uribia und zählt rund 357 Personen. Während Verbesserungen wie Solaranlagen und eine Wasseraufbereitungsanlage durch ein staatlich unterstütztes Entwicklungsprogramm erzielt wurden, bleibt der Zugang zu Bildung eine grosse Herausforderung. Viele Kinder müssen täglich bis zu zehn Kilometer zu Fuss zurücklegen, um die Schule zu erreichen, wodurch die Motivation schnell sinkt und die Schulabbruchquote steigt.
Die lokale Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario (ASODEINCO) setzt sich für eine ganzheitliche, gemeinschaftsbasierte Entwicklung ein, die auf traditionellem Wissen aufbaut. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Verbesserung der Lebensbedingungen der Gemeinschaft, die Förderung der kulturellen Identität und die Stärkung der Selbstbestimmung der Wayuu. Sie engagiert sich für Bildung für alle, für Einkommenssteigerung durch Förderung und Vermarktung von Kunsthandwerk sowie die Verbesserung der lokalen Infrastruktur.
ASODEINCO will nun einen Camion beschaffen, um den in verstreuten Siedlungen lebenden Kindern den Zugang zur Grundschulbildung zu erleichtern: Ein einfacher Lastwagen mit Holzaufbau soll künftig den regelmässigen Schultransport ermöglichen. Die Bildungsbehörde sieht ausdrücklich vor, dass indigene Gemeinschaften mit eigenen Fahrzeugen offizielle Transportdienste anbieten dürfen. Ziel ist es, die Schulbesuchsquote zu steigern, die Abbruchrate zu senken und langfristig die Bildungs- und Zukunftschancen der Wayuu-Kinder zu verbessern.
Dank ihrer soliden Verankerung in Yotojorotshi gelingt es ASODEINCO, kulturelle Stärken mit praktischer Entwicklungsarbeit zu verbinden und eine breite Wirkung auf Gemeindeebene zu entfalten. Dem neuen Lkw kommt eine wichtige Rolle in der Förderung von Chancengleichheit, Sicherheit und Bildungszugang in einer strukturell benachteiligten Region an der Peripherie Kolumbiens zu.
Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario (ASODEINCO) Yotojorotshi
Direkte Begünstigte sind die 267 Schülerinnen und Schüler der Institución Educativa Indígena N°8. 80 Familien haben neu Zugang zu Trinkwasser und elektrischem Strom. 35 Wayuu-Frauen sind in einkommensfördernde Aktivitäten eingebunden.
Der Zugang zu Grundschulbildung ist dank dem Engagement von ASODEINCO, z. B. in Form eines Schultransportdienstes, für alle Kinder gewährleistet. Die Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen, ist stark rückläufig.
CO-25-0022
Projektverantwortung: Peter Ganther
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